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Gastspiel

von Pierre Paillasse
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Pierre Paillasse Gastspiel
Pierre Paillasse - Gastspiel

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Mitwirkende

Autor:
Pierre Paillasse
David Bielmann

Weitere Informationen

Exzerpt:
Freitag, 9. März 2012
Fredi lag auf einem Liegestuhl und blickte über das blaue Meer. Neben ihm räkelte sich Roberta, sie trug ein violettes Nichts und war schöner denn je. Ihre Haut war noch ganz nass und glänzte im Sonnenlicht – sie hatten sich eben erst gemeinsam im Wasser vergnügt. Es erfüllte Fredi mit Genugtuung, dass er sie wieder zurückerobert hatte. Sie konnte ihm offenbar nicht widerstehen. Üppige Palmen spendeten etwas Schatten, ansonsten war der Strand leer. Und zwischen den beiden, da stand er, leicht versenkt im weissen Sand: die Vollendung des Glücks, Ausdruck der grösstmöglichen Ekstase – der Meisterpokal des Schweizer Eishockeys. Im gelben Pokal, der rein fürs Auge gar nicht besonders schön war, steckten zwei lange Trinkhalme. Fredi schnappte sich einen, führte ihn an seinen Mund und liess ein paar Schlucke des kühlen, süssen Champagners in sich laufen. Roberta neigte sich zu ihm hinüber und fuhr mit ihrer Hand sanft über seinen grossen behaarten Bauch.Plötzlich klingelte sein Handy. Wie ärgerlich. Da lag er hier an einem traumhaften Strand, in Begleitung einer bezaubernden Frau und trank aus dem himmlischen Meisterpokal göttlichen Champagner, und nun erlaubte sich jemand, ihn zu stören. Er sah noch einmal über die Wellen des Ozeans, und jetzt schien ihm, dass das Meer nicht mehr so betörend blau wie eben noch war, es war grau geworden, ebenso der Himmel, wo sich bedrohliche Wolken vor die Sonne geschoben hatten. Das Handy klingelte immer noch. Wo war es eigentlich? Er hatte es doch gar nicht mit an den Strand genommen, damit ihn auch niemand belästigen konnte. Es wurde immer kühler, ein kalter Wind pfiff ihm über den Bauch, und mit dem Wind kam der Nebel, sodass er das Meer bald nicht mehr sehen konnte. 'Was ist denn los?', sagte er besorgt zu Roberta, doch als er keine Antwort bekam, bemerkte er, dass ihr Liegestuhl leer war. Ein gewaltiges Gewitter braute sich über dem Paradies zusammen. Aber im Paradies gab es doch gar kein Gewitter, hatte Fredi gemeint, sonst wäre es ja kein Paradies. Die Augenblicke vorhin hätten jedoch paradiesischer nicht sein können. Alles verflüchtigte sich nun, nur eines blieb – das verdammte Klingeln seines Handys. Endlich kam ihm auch der Klingelton bekannt vor, er basierte auf Madonnas 'The Power of Good-Bye'. Nein. Er lag gar nicht am Strand. Er lag im Bett seiner Zweizimmerwohnung im regnerischen Schönberg. Und Roberta lag auch nicht neben ihm, sondern im besten Fall nicht in den Armen eines anderen. 'Aber lass uns bitte Meister sein', flehte Fredi im Halbschlaf. 'Lass wenigstens dies nicht Traum gewesen sein.' Fredi versuchte, in den Traum zurückzukehren, aber es gelang ihm nicht. Es war bereits zu viel Wirklichkeit in sein Bewusstsein gedrungen – schliesslich auch die Tatsache, dass der HC Freiburg Gottéron in seiner ganzen Vereinsgeschichte noch nie Meister geworden war. Zumindest hatte er im Traum eben kurz das Meistergefühl erahnen können. Aber das war wohl doch nicht ganz das gleiche.'Freedom comes when you learn to let go' – immer noch hörte er die Stimme seiner Lieblingssängerin, es war offenbar wichtig. Endlich hob Fredi das Handy vom Boden auf, setzte sich auf den Bettrand und nahm den Anruf einer ihm unbekannten Nummer entgegen.'Hey, alter Penner!', hörte er.'Wer auch immer du bist, nenn mich nicht alter Penner', antwortete Fredi mit einer tiefen und langsamen Stimme, die den bis vor kurzem andauernden Schlaf nicht verleugnen konnte.'Jetzt behaupte nicht, dass ich dich nicht geweckt habe!' Die doppelte Verneinung verwirrte Fredi kurz, er brauchte einen Moment, um den Satz zu erschliessen. Im Gegensatz zu ihm schien der Anrufer schon eine ganze Weile auf den Beinen zu sein, jedenfalls stellte sich Fredi eine nervöse, mit den Armen gestikulierende Person vor. 'Du hast doch gepennt, oder?', hakte der Unbekannte nach.Fredi hatte keine Lust, dies zuzugeben. Aber die Schlagfertigkeit war am Morgen seine Stärke nicht. Also fragte er trocken: 'Wer bist du und was willst du?' 'Ich habe ein Projekt. Du wirst es mir nicht glauben! Es ist so geil!', faselte der Unbekannte.
Medientyp:
Buch
Verlag:
WOA
Biografie:
David Bielmann, geboren 1984, lebt in Rechthalten. Unterrichtet nach dem Studium der Germanistik und Geschichte an der Berufsfachschule Technik und Kunst in Freiburg. Sein erster Roman 'Flucht eines Toten' erschien 2011 im WOA Verlag und wurde mit dem Literaturpreis der Universität Freiburg (CH) ausgezeichnet.
Sprache:
Deutsch
Seitenanzahl:
119

Stammdaten

Produkttyp :
Taschenbuch
Verpackungsabmessungen:
0.19 x 0.12 x 0.012 m; 0.14 kg
GTIN:
09783952365779
DUIN:
D84THRTVC3J
€ 4,90
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